Modelle zur Unterrichtsentwicklung

Im Folgenden werden vier Modelle zur Unterrichtsentwicklung beschrieben. 

Die Modelle 2 (MARKO), 3 (MATIA) und 4 (FABI) beziehen Fachberatende eng mit ein und sind damit systematischer und nachhaltiger angelegt als das Modell 1 (DIANE), bei dem Informationen und Selbstlerneinheiten zur Verfügung gestellt werden.

Im Weiteren wird beschrieben, welche Rollen bzw. Aufgaben in den vier Modellen den jeweiligen Akteuren zukommen. Dabei stellt DIANE ein Grundangebot für alle Mathematik unterrichtenden Lehrkräfte in NRW dar, welches von der TU Dortmund zur Verfügung gestellt wird. Welches der weiteren, ggf. aufgrund der lokalen Rahmenbedingungen zu modifizierenden Modelle im jeweiligen Schulamt umgesetzt werden, hängt von den dort vorhandenen Kapazitäten und Schwerpunktsetzungen ab. 

Für FOKUS Startchancen ist das Modell der Netzwerkarbeit in Form von MATIAs das empfohlene Modell, welches durch DIANE angereichert werden sollte. Bei vorhandenen Kapazitäten sind auch die Modelle MARKO und FABI geeignet.

DIANE - Digitale Angebote zur Exploration

Im Modell DIANE wird durch die TU Dortmund ein digitales Angebot zur Verfügung gestellt, das einerseits aus Weiterentwicklungen und Ergänzungen von Websites wie PIKAS, Mathe sicher können, Mahiko, primakom oder Kira besteht. Zentrale Anlaufstelle für Lehrkräfte und Schulen ist der Reiter „Fachoffensive“auf der Website PIKAS. Speziell für Lehrkräfte und Schulen aus NRW, die am Startchancen-Programm teilnehmen, wird der Reiter „Startchancen“ auf der PIKAS-Website ausgebaut. Hier werden passwortgeschützt Materialien angeboten, die den Startchancen-Schulen in NRW zur Verfügung gestellt werden.

Eine zentrale Rolle spielen hierbei auch die im Rahmen der Fachoffensive Mathematik erscheinenden und neben Print-Versionen auch digital zur Verfügung stehenden Handreichungen zu Themen von herausgehobener Bedeutung wie ‚Rechenschwierigkeiten vermeiden‘ oder ‚Sprachbildung im Mathematikunterricht‘.

Außerdem werden in regelmäßigen Abständen durch die TU Dortmund Online-Seminare durchgeführt, die thematisch miteinander verschränkt sind. Zentral ist insgesamt die Weiterentwicklung eines Systems kontinuierlicher Information der Lehrkräfte bzw. Schulen über existierende und neue digitale Angebote.

MARKO - Mathematik-Regionalkonferenzen

Durch die Arbeit in Schulnetzwerken (MATIA, s. u.) kann aus Ressourcengründen immer nur eine begrenzte Anzahl von Schulen erreicht werden, diese wenngleich unmittelbar und nachhaltig. 

Um die fachbezogene Unterrichtsentwicklung an allen Schulen anzustoßen, werden regionale Fachkonferenzen durchgeführt. Hieran nehmen pro Schule eines Schulamtsbezirks ein oder zwei Mathematik-Experten teil (zum Beispiel ‚Fachkonferenzleitende‘). Die MARKOs finden zwei- bis viermal pro Schuljahr statt. 

In den Abbildungen repräsentieren die schwarzen Figuren jeweils die Lehrkräfte, die an Maßnahmen teilnehmen, und die grauen diejenigen, die dieses nicht tun.

Die Fachberatenden geben anlässlich dieser von der unteren Schulaufsicht einberufenen Sitzungen einerseits Input, z. B. im Kontext von erschienenen Handreichungen. Andererseits diskutieren sie mit den Anwesenden, wie die fachbezogene Unterrichtsentwicklung entlang der Rahmenthemen von FOKUS bzw. FOKUS Startchancen unterstützt werden kann. So erheben sie Unterstützungsbedarfe, die sie an FOKUS bzw. FOKUS Startchancenweitergeben. Denkbar ist auch die Organisation von Mathematik-Fachtagen. Die TU Dortmund hat begonnen, die Fachberatenden bei der Durchführung der MARKOs zu unterstützen, indem darauf zugeschnittene Materialien vorbereitet werden.

Die TU Dortmund nimmt diese Anregungen auf und setzt sie durch die Entwicklung weiterer Unterstützungsmaßnahmen um. Da auch regionale Fachtage ein Ergebnis der MARKO-Arbeit sein können, stellt die TU Dortmund auch hierzu Material für Fachkonferenzleitende zur Verfügung, die sie dabei unterstützen können, den Transfer innerhalb der Schule voranzubringen (Videos, kurze Präsentationen, Anregungen zur Arbeit mit Kolleg:innen).

Im Kontext von FOKUS-Startchancen mag es in Einzelfällen sinnvoll sein, die MARKOs schulamtsübergreifend durchzuführen, z.B. wenn die Anzahl der Startchancen-Schulen in einem Schulamtsbezirk zu gering ist.

MATIA – Mathematik-Treffen für Information und Austausch

Das Modell MATIA steht für Netzwerkarbeit mehrerer Schulen. Jeweils ca. vier Lehrkräfte einer Schule eines Schulnetzwerks, beispielsweise bestehend aus je fünf Schulen, treffen sich in etwa 6 – 8-wöchigem Abstand. In FOKUS Startchancen Mathematik und perspektivisch in allen Schulen steht ausgehend von den schulischen Zielvereinbarungeninhaltlich ein Thema von FOKUS bzw. von FOKUS Startchancen im Vordergrund der miteinander verbundenen Termine. 

Es gibt MATIAs im Ganzjahresformat (jeweils fünf bis sechs Treffen) oder im Halbjahresformat (jeweils drei Treffen). Die Teilnehmenden führen zwischen den Terminen kleine Praxiserprobungen in ihrem Unterricht durch, die sie dokumentieren und vor der sowie in der folgenden Sitzung in kleinen Gruppen reflektieren. Außerdem stellen sie – in Absprache mit der Schulleitung – Überlegungen an, wie der Transfer ins Kollegium (weitere Lehrkräfte in grau) gelingen kann. Hier sollte Schulleitung unterstützen durch die Ermöglichung von Materialbeschaffung oder durch die Initiierung von Fachschaftsbeschlüssen zu gemeinsamen fachbezogenen Planungs- und Austauschzeiten. Grundlage sind (perspektivisch) die Festlegungen in den Zielvereinbarungen zwischen Schulleitung und unterer Schulaufsicht.

Die Fachberatenden geben Input, weisen die Teilnehmenden auf Selbstlernmaterial hin und regen die Planung sowie die Reflexion von Praxiserprobungen an. Außerdem geben sie – unterstützt durch das Transfermaterial, das die TU Dortmund bereitstellt – Anregungen dafür, wie der Transfer der behandelten Themen ins Kollegium gelingen kann. Die teilnehmenden Lehrkräfte melden ihre Erfahrungen wieder zurück an die Fachberatenden, so dass diese ihre Anregungen und Maßnahmenvorschläge weiter entwickeln können. 

Die TU Dortmund stellt den Fachberatenden Material zur Verfügung, um diese Netzwerk-Veranstaltungen durchzuführen (Material zur Netzwerkarbeit), ebenso wie das begleitend einsetzbare Transfermaterial. Außerdem erhalten die Fachberatenden Anregungen zur Gestaltung der Planungs- und der Reflexionsphasen, die sie wie auch das sonstige Material für ihre Bedarfe modifizieren. Fachberatenden werden durch die TU Dortmund (weiter)qualifiziert, und in gemeinsamen Werkstätten von TU und den Fachberatenden werden anstehende Termine mit den Lehrkräften gemeinsam durchdacht.

Im Kontext von FOKUS-Startchancen mag es in Einzelfällen sinnvoll sein, die MATIAs schulamtsübergreifend durchzuführen, z.B. wenn die Anzahl der Startchancen-Schulen in einem Schulamtsbezirks zu gering ist.

FABI -  Fachberatung In-house

Vorbemerkung: Schulentwicklungsmaßnahmen werden durch die Untere Schulaufsicht begleitet. Dazu wird insbesondere das Format der Zielvereinbarungsgespräche genutzt. 

Fachberatungen können in Rücksprache mit der Schulaufsicht im Rahmen ihrer Ressourcen an Zielvereinbarungsgesprächen teilnehmen und auch Schulen im Sinne der hier thematisierten In-house-Beratung begleiten. Allerdings gilt: Die Fachberatungen entscheiden selbst, inwieweit sie dies im Rahmen der ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen leisten können. 

Die Lehrkräfte einer Schule identifizieren (perspektivisch) anhand der schulischen Zielvereinbarung Themen, bei denen sie fachlichen bzw. fachdidaktischen Beratungsbedarf sehen (z. B. einen immer wieder kehrenden Fehlertypen, eine immer wieder kehrende Fragestellung, …), und laden in Rücksprache mit ihrer Schulleitung die/den Fachberatende/n zu einem Beratungstermin in die Schule ein. Sie lassen die/denFachberatende/n vorab genauere Informationen zukommen, zu welchen Punkten sie Gesprächsbedarf haben.

Die Fachberatenden besuchen die teilnehmenden Mathematik-Lehrkräfte jeweils einer Schule (wiederholt), um gemeinsam mit diesen das Thema festzulegen und vor Ort die Fachberatung durchzuführen. Es ist möglich, dass die Fachberatung losgelöst von den regelmäßigen Mathematik-Treffen diesen Austausch stattfinden lässt. Ergiebiger erscheint jedoch eine Verknüpfung von MATIA und FABI in dem Sinne, dass die Beratungen insbesondere im Kontext der Vorbereitung, Durchführung und Reflexion der Praxiserprobungen in der Schule sowie im Zusammenhang mit den zu planenden Aktivitäten zum Transfer ins Kollegium stattfinden. 

Die TU Dortmund berät die Fachberatenden in Bezug auf Themen, in denen sie selbst noch Qualifizierungsbedarf haben. Hierzu werden durch die TU Dortmund bei Bedarf gesonderte Termine für FABI-Werkstätten angeboten.

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