Um die Lernenden beim Verstehen von und Sprechen über Mathematik zu unterstützen, ist eine gemeinsame Unterrichtssprache wichtig. Diese enthält naturgemäß auch Ausdrücke, die den Lernenden aus ihrer Alltagssprache bisher noch nicht bekannt sind. Das fachliche Lernen sollte daher im Mathematikunterricht mit dem sprachlichen Lernen einhergehen, denn nur dann können zentrale bedeutungsbezogene Sprachmittel etabliert werden. Hierbei ist es wichtig, gezielt an den sprachlichen Erfahrungen der Lernenden anzuknüpfen und sie zunehmend zu einer gemeinsamen Unterrichtssprache weiterzuentwickeln. Der Lehrkraft kommt hierbei daher eine zentrale Rolle zu, da sie diese Prozesse gezielt anregen und unterstützen kann. 

Die Lehrkraft als sprachliches Vorbild und Korrektiv

Die eigenen Sprachhandlungen der Lehrkraft können die Lernenden dabei unterstützen, selbst sprachlich tätig zu werden. Indem sie die Sprachmittel und Fachausdrücke der gemeinsamen Unterrichtssprache selbst berücksichtigt und gezielt einsetzt, ermöglicht die Lehrkraft somit den Lernenden fachliches und zugleich sprachliches Lernen. Entsprechende Handlungen und Visualisierungen können zusätzlich dabei helfen, die Sprachhandlungen zu konkretisieren und allen Lernenden zugänglich zu machen.

Auch kann die Lehrkraft die Sprache im Mathematikunterricht selbst zum Thema machen. Indem sie Lernendenaussagen gezielt aufgreift, paraphrasiert oder korrigiert, kann sie dabei unterstützen, über Sprache nachzudenken und sich auch sprachlich weiterzuentwickeln.

Die Lehrkraft macht Sprache zum Thema

Sprache gezielt planen

Sprachliches und fachliches Lernen sollten im Mathematikunterricht einhergehen. Denn sogenannte bedeutungsbezogene Sprachmittel können die Lernenden nicht nur beim "in Worte Fassen" eigener Ideen helfen, sondern selbst erst einen Zugang zum mathematischen Gegenstand eröffnen und das Verstehen unterstützen (z. B. "Wie viele Vierer passen in 12?" im Kontext der Division). 

Indem die Lehrkraft also die zentralen Sprachmittel, Fachausdrücke und auch Darstellungen des jeweiligen Unterrichtsthemas gezielt in den Blick nimmt, kann sie fachliches Lernen unterstützen. Unterstützung bietet die folgende Sprachplanungshilfe.

Sprachplanungsbogen

Mathematische Kommunikation anregen

Die Lehrkraft hat im Kontext der Sprachbildung oftmals die Funktion, Sprache gezielt aufzugreifen und auszuschärfen und ist daher aktiv in das sprachliche Lernen mit eingebunden. Zugleich ist es jedoch ebenso wichtig, die Lernenden selbst dazu anzuregen, sprachlich tätig zu werden. Die Lehrkraft tritt hierbei zunehmend in den Hintergrund, unterstützt die Lernenden gezielt und punktuell und regt zugleich dazu an, sich miteinander über den mathematischen Gegenstand auszutauschen, die eigenen Einsichten zu versprachlichen und zugleich die der anderen Kinder nachzuvollziehen.

Methoden wie die Mathekonferenz und mathematische Brieffreundschaften können hierbei genutzt werden, um mathematische Gespräche anzuregen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Verweise auf weitere Informationen und Materialien zum Thema

Sprache gezielt planen - Pikas kompakt

In den Unterrichtsmaterialien aus dem Projekt PIKAS kompakt wird exemplarisch vorgestellt, wie die zentralen Sprachmittel und Darstellungen zu einem mathematischen Gegenstand geplant und gezielt im Unterricht eingesetzt werden können. Die entsprechenden Materialien finden Sie hier.

 

Piko mit einem Schild, auf dem "Selbststudium" steht

Selbststudiumsmaterial

Weiterführende Hintergrundinformationen finden Sie im Selbststudiumsmodul "Lehrkraftsprache" und in der Handreichung "Sprachbildung im Mathematikunterricht"