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Leitung und Führung

Leitung und Führung – warum die Rolle der Schulleitung so wichtig ist.

Die Aufgabe der Schulleitung ist heute nicht mehr darauf begrenzt, das Personal lediglich zu verwalten, sondern kontinuierlich und gezielt Schul- und Unterrichtsentwicklung zu gestalten. Insbesondere bei der Initiierung und Implementierung von Innovationen wie z.B. des neuen Mathematiklehrplans, gilt die Schulleitung als entscheidender Faktor.

Veränderungen an und in der Schule können jedoch nicht allein durch die Schulleitung erreicht werden, sondern nur zusammen mit dem Kollegium. Lehrkräfte müssen motiviert werden, Veränderungen zu verwirklichen. Im Zuge dessen nimmt die Schulleitung eine zentrale Schlüsselrolle ein: Sie muss gezielt leiten und führen.
 

Hier finden Sie Informationen und Materialien zur Unterstützung der Unterrichtsentwicklung:

Im Folgenden werden Informationen bereitgestellt, die Sie als Schulleiterin oder Schulleiter sowie als Lehrkraft motivieren und dabei unterstützen können, Unterrichtsentwicklung an Ihrer Schule zu gestalten.

Klicken Sie auf den gewünschten Bereich, um weiterführende Informationen zu erhalten.

  1. Unterrichtsentwicklung
  2. Exemplarische Unterrichtsentwicklungsprozesse

 

Was bedeutet Unterrichtsentwicklung?

Unterrichtsentwicklung lässt sich als Summe mehr oder weniger systematischer Prozesse zur Verbesserung der Lern- und Arbeitsbedingungen im Unterricht beschreiben, die gemeinsame Anstrengungen von Lehrpersonen voraussetzen (vgl. Meyer et al. 2007). Nach Helmke umfasst Unterrichtsentwicklung alle Aktivitäten und Initiativen, „die sich auf Verbesserung des eigenen Unterrichts und des dafür notwendigen professionellen Wissens und Könnens beziehen“ (Helmke 2009, S. 305).

Unterrichtsentwicklung bedeutet Veränderung und erfordert häufig auch eine Veränderung des Lehrerhandelns. Reflexion und Hinterfragen der bestehenden Unterrichtspraxis finden jedoch nicht ohne Irritationen, Unsicherheiten und zuweilen auch Widerstände statt – wie viele Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Lehreinnen und Lehrer aus Erfahrung wissen dürften. Veränderungen erzeugen oft Unsicherheiten und Ängste im Kollegium, da diese oft als Gefahren und Risiken wahrgenommen werden (weiterführende Informationen zu Ängsten im Kollegium finden Sie hier).

Um das Verständnis und die Analyse von Unterrichtsentwicklung und ihren Bedingungen zu verstehen, legt Helmke ein Rahmenmodell vor. Unterrichtsentwicklung besteht demnach aus einer Sequenz von fünf Teilprozessen.

Information

Startpunkt von Unterrichtsentwicklung sind in der Regel Informationen über Unterrichtsqualität, z.B. über innovative Konzepte, Methoden oder Materialien, die im Rahmen einer Fortbildung oder in der Fachliteratur präsentiert werden.

Rezeption

Die Art und Weise, wie die Information in inhaltlicher und formaler Hinsicht gestaltet wird, beeinflusst die Rezeption. Informationen können übersehen oder ignoriert werden, verpuffen oder versickern, falsch verstanden oder falsch interpretiert werden. Viel hängt davon ab, wie die Information dargestellt ist: verständlich, relevant, aktuell und korrekt.

Reflexion

Im Idealfall führen Informationen über Neuerungen zum Nachdenken und regen Diskussionen an. Es kommt also zur Reflexion. In dieser Phase entscheidet sich, ob Veränderungen des eigenen Unterrichts in Erwägung gezogen werden oder nicht.

Aktion

Dies ist die entscheidende Phase. Kommt es nun zur Handlungsaufnahme oder wird der Vorsatz etwas zu verändern, verschoben? Diese Phase ist häufig durch Brüche, kritische Momente, manchmal auch durch Rückschläge gekennzeichnet. Hier entscheidet sich, ob ein Vorhaben tatsächlich im Unterricht realisiert wird. Wichtig ist dabei der Umgang mit Problemen wie z.B. mit Verunsicherungen und Widerständen im Kollegium.

(Weiterführende Informationen zu Widerständen im Kollegium finden Sie hier)

Evaluation

In der abschließenden Phase wird überprüft, ob die Veränderung zu einer Verbesserung des Unterrichts, mithin zu einer Verbesserung des Lernens der Schülerinnen und Schüler führt oder ob es sich gar nicht um einen wirklichen Fortschritt handelt. Diese Evaluation ist der entscheidende, aber am schwersten zu gehende Schritt im Modell der Unterrichtsentwicklung, da Evaluation ein systematischer und datengestützter Prozess ist und nicht allein das Vertrauen darauf, dass eine Neuerung auf jeden Fall immer ein Fortschritt ist.

Unterrichtsentwicklung hängt von individuellen Bedingungsfaktoren sowie von schulischen und außerschulischen Faktoren ab. Zu sogenannten externen Bedingungsfaktoren zählen nach Helmke das Evaluations- und Kooperationsklima der Schule, die Schulleitung, das Schulprogramm, externe Unterstützung durch Wissenschaftler und Moderatoren sowie finanzielle und materielle Ressourcen. Mit der Einbeziehung dieser Kontextmerkmale ermöglicht das Rahmenmodell eine umfassende Reflexion und Analyse des Wirkgefüges unterschiedlicher Bedingungen von Unterrichtsentwicklung. In der Praxis ist die oben genannte Reihenfolge nicht zwingend, vielmehr sind Einstiege an unterschiedlichen Stellen des Prozesses möglich. Insgesamt kann das Rahmenmodell Schulleitungen aber helfen, Prozesse der Unterrichtsentwicklung über die Zeit zu verstehen und steuern sowie Fehlentwicklungen vorzubeugen.

 

Beispiele: Exemplarische Unterrichtsentwicklungsprozesse

Wie fachbezogene Unterrichtsentwicklung an Schulen gestaltet werden kann, veranschaulichen zwei Fallbeschreibungen. Zwei Schulleiterinnen haben die Schulentwicklungsprozesse an ihren Schulen chronologisch dokumentiert und für Sie als Impuls für die eigene Entwicklungsarbeit Ihrer Schule bereitgestellt.

 

Ergänzung: Interview mit Christa Greven und Literaturtipps

PIKAS befragt Christa Greven, Schulleiterin, zu den Herausforderungen heutiger Schulleitungen. Das Interview finden Sie im Haus 8.

 

Literaturtipps zur Initiierung von Unterrichtsentwicklung:

In dem Buch „Unterrichtsentwicklung, Grundlagen, Praxis, Prozesssteuerung" von Horster und Rolff werden Ansätze zur Unterrichtsentwicklung präsentiert. Es stellt eine praktische Orientierungshilfe dar und bietet Unterstützung bei der Umsetzung in der Schule. Zudem wird ein Modell der Unterrichtsentwicklung präsentiert, das aus der Verbindung der Buchbeiträge entwickelt wurde.

  • Horster, L., Rolff, H.-G. (2006): Unterrichtsentwicklung, Grundlagen, Praxis, Prozesssteuerung. Beltz: Weinheim

Die Autoren des untenstehenden Buches stellen Grundlagen zu Lernen und Unterricht dar und geben viele Beispiele und Arbeitsblätter für die Praxis. Es werden Empfehlungen ausgesprochen, wie Schulleitung, Fachkonferenzen und Lehrerteams die Unterrichtsentwicklung an ihren Schulen voranbringen können.

  • Rolff, H.-G., Rhinow, E., Röhrich, Th. (Hrsg.) (2009): Unterrichtsentwicklung - Eine Kernaufgabe der Schule. Die Rolle der Schulleitung für besseres Lernen. Köln: LinkLuchterhand.